An sich wollte ich eh über mein neues Objektiv berichten. Jetzt kommt es leider kritischer als es sein müsste. Vor knapp einen Monate habe ich – gebraucht – ein Objektiv für meine EOS erstanden. Ich suchte eines mit Bildstabilisator und einen ordentlichen ZOOM Bereich, aber auch eine – für eine APS-C / Crop – brauchbaren Weitwinkelbereich. Ein gebrauchtes Canon EF 28-135 IS USM schied also aus.
An sich hatte ich 3 Objektive zur Auswahl.
- Canon EF-S 18-200mm IS
- SIGMA 18-125mm f3-8-6.5 OS und
- TAMRON 18-270mm F3.5-6,3 Di II VC LD
Alles mit unter vor und Nachteilen, jeweils ca. 350-400 Euro neu. Gebraucht etwa bei 200-250 Euro.
Ich habe mich für ein gebrauchtes SIGMA 18-125mm entschieden, und dieses für einen recht günstigen Preis in alter von etwas über 1 Jahr gebraucht erstanden. Auf den längeren Telebereich der beiden anderen und höheren Lichtstärke des CANON habe ich zugunsten des SIGMA HSM Focus, einen Ultraschallgetrieben und deutlicher schnelleren Autofokus, verzichtet. Das sollte ich auch nicht bereuen.
Auch hatte ich mir vor 3 Jahren ein SIGMA Superzoom gekauft, und war damit vollkommen zu frieden. Zwar war die Fertigungsqualität hier und da etwas schlecht, der Zoom fährt oft von alleine bis ca. 50mm heraus. Aber das ist zu verschmerzen… Wobei ich persönlich – jaja, ich bin Naiv – 369 Euro doch viel Geld finde – neu von Händler. Aber OK, an sich war ich mit SIGMA zu frieden.
Auch mein neues Gebrauchtes – hat wirklich spaß gemacht. Für wirklich schlechte Lichtverhältnisse habe ich mir ohnehin eine Festbrennweite zugelegt (f1.8 … da kommt auch ein ImageStabilisator Objektiv nicht mit, bei Bewegen sowieso nicht), so das ich die in Normalbrennweiten etwas schlechtere Lichtstärke gut verschmerzen konnte.
Doch vor etwa 1 Woche passierte es. Ich hatte das Objektiv schon 3 Wochen regelmässig im Einsatz: Es klapperte und knackte beim herauszoomen, und der OS (der Optische Stabilisator, welcher auch für scharfe Bilde bei Unruhiger Hand und schlechteren Licht sorgt), funktionierte nicht mehr richtig. Man hat regelrecht gemerkt, wo er „herausgesprungen“ ist.
Vertrauensvoll habe ich mich an den SIGMA Service gewendet. Geschildert, was los ist, und auch, das es ein gebrauchtes ist. Zitat des sehr freundlichen Gegenübers: „Wollen sie es mal einschicken ? Wird schon noch was auf Garantie zu machen sein !“. Gesagt, getan. Naiv wie ich war dachte ich mir: Ein 16 Monate altes Objektiv – SIGMA bietet 3 Jahre Herstellergarantie in Deutschland – wird sicher Repariert. Doch ich machte nicht die Rechnung mit den Kleingedruckten in SIGMAs Garantiebestimmungen. Und so entstand der Grund für diesen Artikel. Denn nach knapp einer Woche kam die ernüchterten Antwort von SIGMA Foto Deutschland: „Reparaturkosten 119,- Euro, Garantie verfallen wg. Privat->Privat Verkauf“.
In der Tat:
Garantie ist laut SIGMA Garantiebestimmungen nur für den Erstkäufer gültig. Doch frage ich mich, was ändert sich sich durch den Privatkauf ? Nun, an sich hielt ich die Garantie (zur Abgrenzung der Gewährleistung, die bei gewerblichen Händlern gesetzlich geregelt wird) immer für eine Qualitätsgarantie nach dem Motto: „Unsere Qualität ist so groß, dass das Objektiv 3 Jahre hält, wenn nicht, bessern wir sie nach“. Wie die Qualität durch Weitergabe an jemand anderen aus SIGMA’s Sicht eingeschränkt wird, versuche ich gerade zu klären.
Ich fürchte fast, wenn SIGMA mir auf das Argument nix anderes sag, das bei einem Geschenk (kauf auf anderen Namen als der Nutzer), es bei SIMGA ähnliche Probleme geben wird. Und da gerade wider Weihnachten vor der Türe steht, jedenfalls wollen viele uns das glaubet machen: VORSICHT ! Ich weiss im Moment nicht, was man da raten kann.
Nachtrag, 15:46h: Erneute eMail von SIMGA. Nix zu machen. Es gibt definitiv keinerlei Garantie. 3 Argumente: Amazon stellt keine Garantiekarten aus (für nichts, niemals !) und der Name weicht ab. Zudem ist die Garantie ohnehin abgelaufen, da plötzlich lediglich – entgegen u.A. dem Aufdruck auf der Verpackung – es nur 1 statt 3 Jahre gibt.
Nachtrag, 17:22h: Mit SIGMA bin ich nun soweit, das die Garantieabwicklung nur noch verweigert wird, weil damals nach Kauf innerhalb von 8 Wochen keine Regisierung (Online) erfolgte. Sonst würde diese wohl gelten, oder man „wohlwollender“ Kulanz Prüfen. Mittlerweile ist die Zustimmung vom Kostenvoranschlag raus. Ich glaube nicht, das SIGMA dort ein Einlenken Zeigt.
Nachtrag vom 9.10.2010: Der Entgültige Ablehnungsgründ lautet: SIGMA Japan Garantie (1 J) abgelaufen, SIGMA Deutschland Garantie (3 Jahre) Abgelehnt, weil mein Name nicht Identisch mit Registrierten.
Die Krux: SIGMA wirbt auch Ihren Verpackungen mit „3 Jahre Garantie …“. Und für jemanden, der z.B. visierter Internet-User ist, oder es wirklich als Geschenk erhält, gibt es überhaupt nicht die Möglichkeit, irgendeine Garantie zu registieren. Also, ganz wichtig: Bitte unbedingt an die Registierung der Garantie denken – sonst beträgt diese nur 1 Jahr. http://www.sigma-foto.de/service/produktregistrierung.html
Scheinbar, liest man in einschlägigen Foren, bin ich leider nicht der einzige, der genau dieses Problem hat – nicht nur die SIGMA Garantiebestimmungen, sondern auch der defekte Stabi sind immer gerne genommen. Genau die gleiche Brennweite, genau die gleichen Symptome. Natürlich, kann passieren, und qualitativ will ich SIMGA Produkte nicht schlecht machen. Sie sind es nicht.In Foren melden sich nicht nur die „Frustrierten“, sonder das Internet wäre nicht das Internet, wenn es nicht irgendjemanden im WorldWideWeb geben würde, der auch hierfür eine passende Erklärung hat: Würde SIGMA mir Garantie leisten – ich habe ja nie direkt an SIMGA gezahlt -, würden Arbeitsplätze kaputt gehen. Oder es bringt sowieso nix, mich als Kunden zu halten. Ungut. Meist sind das nur die Meinungen, die Face-to-Face niemand sagen würde. Also im Grunde die ehrlicheren.
So ehrlich das ist, so wenig erfreut es doch einen. Ich denke auch, das SIGMA in meinen Fall genau so denkt: Kleiner Fisch, nur kosten damit -> EGAL.
Fazit: Eigentlich ist das SIMGA 18-125mm OS ein tolles Objektiv. Es hat genau die Größe die mir in der Hand gut gefällt, der OS ist oft ne nette Sache, es wirkt mir bei etwas zugezogener Blende sehr scharf. Ein optimales „Immerdrauf“ halt, für den kleineren und mittleren Geldbeutel.Ich könnte es vollkommen Empfehlen, wäre da nicht dieser „kleine“ Pferdefuß mit der Garantie. Halt, vielleicht nocheines: So ist der HSM – der „Hypersonic“ Autofokus -, also der nicht mechanisch sondern ultraschallgetriebene Autofokus ist zwar recht genau und schnell, aber leider ist der manuelle Eingriff – wie bei dem USM von CANON – nicht immer Problemlos möglich. Gut, dafür kann man beim SIGMA zur Not den AF abstellen, was bei USMs von CANON oft nicht geht. Aber halt auch nicht nötig ist.
Ist halt kein CANON L für 1000 Euro + x !
Wirklich sehr kritisch sehe ich jedoch bei SIGMA Produkte nach diesen Erlebnissen, wenn man es u.A. auch verschenken will. Kauft man es bei AMAZON.de, erhält man z.B. keinerlei gestempelte Garantiekarte – und eine Rechnung auf Namen des Schenkenden. Der Beschenkte, der von AMAZON.de in Rahmen des Geschenkversandes direkt beliefert wird, hat u.U. nur einen Lieferschein in der Hand. Er soll ja nicht wissen, was es gekostet hat. Innerhalb der ersten 6 Monate wird eine Abwicklung im Rahmen der Gewährleistung noch über Internetversender noch Problemlos gehen. Doch: Braucht man wirklich die 2- oder 3- jährige SIGMA Garantie, wäre ich mir nicht sicher, ob es hier böse Überraschungen gibt. Denn: Im Zweifel werden Sie es ablehnen und mit glück lediglich aus wohlwollender „Kulanz“ Reparieren. Das hängt aber vermutlich sehr vom Einzelfall ab, vom Sachbearbeiter, von Auftreten des einzelnen usw.
Ich hoffe, das SIMGA hier für Klarheit sorgt. Entsprechend habe ich mich an Sigma gewendet, und dazu eine Stellungnahme erbeten. Ansonsten werde ich von SIGMA abstand nehmen, weil die Fallstricke bei der Garantie einfach zu gewaltig sind ! Sicherlich ist SIGMA rechtlich auf der sicheren Seite. Natrülich können Sie Rechnungen auf den Namen des Einsenders, Online-Registierungen im Garantiesystem innerhalb von 8 Wochen und dergleichen Verlangen. Ob dieses Kundenfreundlich ist, ist etwas anderes. Für mich persönlich ist es jedenfalls ein Herumreiten auf dem Kleingedruckten, welches ich von Seriösen Unternehmen in dieser Form nicht erwartet hätte.
Zumal auch Apple kürzlich ein EU-Kommissionsverfahren abgewendet hat, weil sie Garantiebestimmungen Einheitlicher und Kundenfreundlicher Regeln. http://www.teltarif.de/apple-iphone-eu-verfahren-bussgeld/news/40182.html
Hinweis: Dieser Artikel wurde nach besten Wissen und Gewissen verfasst und soll meine Erlebnisse schildern. Ich werde jederzeit entsprechende Anmerkungen / Änderungen Aufnehmen, falls etwas Sachlich falsch ist.
Viele Grüße,
Thomas (AKA Rudi)
Hintergrundinformationen zu IS, OS, HSM und Crop vs. Kleinbild werden nachgetragen.
